| |
Reisegeschichten |
|
| |
| Constanta nach Wien mit Abstecher ans Schwarze Meer (Sfantu Gheorghe) und in die Karpaten (Brasov und Sibiu), Mai-Juni
|
von Ulrike Erb, Bremen, Deutschland
, 2007
|
Liebe gtz.
Eine tolle Idee, das gtz-Projekt Donauradweg!!
Im Mai/Juni diesen Jahres haben wir zu zweit eine 8-wöchige Radtour von Constanta nach Wien mit Abstecher ans Schwarze Meer (Sfantu Gheorghe) und in die Karpaten (Brasov und Sibiu) gemacht. Für uns war es eine sehr interessante Reise, die uns gerade durch ihren transnationalen Charakter eine völlig neue Perspektive auf Südosteuropa, insbesondere Rumänien, Serbien und Kroatien eröffnet hat.
Wir waren beeindruckt von der Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen und von der Schönheit der Natur. Gerade da die Donauroute insbesondere in Rumänien noch überhaupt nicht touristisch ausgebaut ist, waren wir häufig aufs Improvisieren angewiesen, was häufig zu interessanten Begegnungen mit den einheimischen Menschen geführt hat. "Kilometermachen" ist hier nicht angesagt!
Da wir in Rumänien im Schnitt nur 60-70 km pro Tag gefahren sind, reichten die offiziellen Unterkünfte nicht aus. Campingplätze gab es kaum bzw. waren noch geschlossen. Wir haben jedoch mehrmals die Erfahrung gemacht, dass Rumänen, die wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit gefragt haben, uns in ihr Haus eingeladen bzw. sogar ihre Wohnung zur Verfügung gestellt haben. Auch in einem Kloster (Cocos bei Tulcea) kamen wir problemlos und preiswert unter.
Ein wichtiger Tipp für Radreisende: Es ist in diesen Donauländern in der Regel möglich, beliebige Entfernungen mit Überlandbussen zu überbrücken, die es fast überall gibt und die ausreichend Gepäckraum (wenigstens für zwei Räder) haben. Dies ist wesentlich komfortabler und preiswerter als die Fahrt mit dem Zug, wo die Radmitnahme problematisch ist. Mit solchen Überlandbussen haben wir z.B. mal 30 km zum nächsten Hotel überbrückt oder eine Tunnel-reiche Strecke oder die Ein- und Ausfahrt in Großstädte (wie Belgrad und Novi Sad). Auch für Leute, die einen Abstecher in die Karpaten machen möchten, sind Busse durchaus zu empfehlen. Es gibt. z.B. Busse von Targu Jiu oder Craiova nach Sibiu, in denen - nach Absprache mit dem Fahrer - Räder transportiert werden können. (Wenigstens gab es da im Juni keine Probleme.)
Noch einige Bemerkungen und Korrekturen zu den Karten und Unterkünften:
- Gerade da es an der Donau recht heiss werden kann, wäre es sehr hilfreich, wenn in den Karten Steigungen eingetragen wären, damit man diese nicht gerade in der Mittagshitze ansteuert. Insbesondere wäre das wichtig zwischen Ilok und Vukovar (Karte 2), da man von der Karte her hier nicht mit Steigungen rechnet, diese aber bei den eingeschnittenen Flusstälern zum Teil recht heftig sind (und viele hintereinander); sowie zwischen Tulcea und Silistra (Karte 7), wo es auch recht bergig ist.
- Auf ca. 2 km nicht asphaltiert und ein kurzes Stück auch extrem holprig war die (rote) Strecke (von Kovin aus kommend:) vor der Donaubrücke Richtung Smederevo
- Zwischen Silistra und Calarasi ist eine neue Schnellstraße, so dass die Strecke am Kanal entlang angenehm ruhig ist. Diese führt nicht ins Zentrum sondern an den westlichen Rand von Calarasi.
- Stark befahren sind folgende Strecken auf Karte 7: - zwischen Harsova und Abzweig "Dealul Sarai" - zwischen Cerna und Macin
Unterkünfte: Ungarn (Karte 1) - Das "grüne Bett" bei Domsöd "Pension Neptun" (Neptun Horgasztanya) ist sehr schön gelegen, direkt am Donau-Nebenarm mit Badestelle.
Kroatien (Karte 2) - Das "grüne Bett" bei Batina (auf kroatischer Seite) ist traumhaft schön, direkt an der Donau mit äusserst netten deutschsprechenden Wirten; mit Badestelle und Booten; sehr leckeres Essen, aber auch Möglichkeit zum Selbstkochen Info + Reservierung (auf Deutsch, Kroatisch oder Ungarisch) über Fam. Takac; Ulica Srednja 8, 31306 Batina, Kroatien; Tel./Fax: +385 31735241; Mobil: +385 91 796 58 80; E-mail: josip.takac1@os.t-com.hr
Serbien (Karte 4): - Das "grüne Bett" in Dubovac war noch eine Baustelle, wird dann aber sicher recht schön, direkt an der Donau (50 m weiter ist eine Badestelle) - Privatzimmer Stefanovic (Open air gallery) war traumhaft schön, 200 m oberhalb der Donau mit Blick über Donau und Eisernes Tor und mit sehr netten Leuten. (Möglichkeit zum Selbstkochen)
Rumänien (Karte 8): - Campingplatz zwischen Cerna und Macin war noch geschlossen (im Mai) - Es gibt eine sehr schön gelegene 3-Sterne-Pension "Pensiunea Poarta Apelor" in Sarichoi am Lacului Razelm (siehe www.poarta-apelor.ro). Der Besitzer Emanuel Isopescu ist sehr nett und spricht Englisch und Französisch. Es gibt auch sehr leckeres Essen.
******************** Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt Donauradweg und denken, dass er auf jeden Fall der Verständigung zwischen Menschen aus West- und Südosteuropa dient.
Herzliche Grüße Ulrike Erb
|
| |
| back to diaries |
|
|
| |
|
|
|